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Mein Weg

"An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser" (Charlie Chaplin)

Die Corona-Zeit besitzt auch positive Seiten: Anhalten, innehalten, Gedanken finden, Ideen sammeln und in Ruhe auf das Erlebte zurückschauen. So nutzte ich die Zwangspause unter anderem dazu, endlich einmal die vielen Kartons mit alten Fotos zu durchforsten. Stapelweise lagen da Bilder und Erinnerungen aus mehr als einem halben Jahrhundert vor mir!

Auf einmal spürte ich die schier unglaubliche Dichte und den schillernden Erlebnisreichtum meines eigenen Lebens – etwas, das im "normalen" Zyklus von Tournee, Produktion und Büroarbeit mir bislang nie richtig bewusst wurde. So lag es nahe, diesen Schatz für die vielen Fans meiner Arbeit, aber auch für mich persönlich endlich zu bergen und hier erstmals in einer komprimierten chronologischen Form zu dokumentieren.


1959

geboren in Kiel verbrachte ich oft die Sommer bei meinen Großeltern im oberfränkischen Fichtelgebirge. Einen T1-Bulli besaßen wir leider nie, aber unser VW Käfer hat uns jahrelang von der Ostsee bis nach Bayern und zurück gebracht (Foto von 1963).


1965

Im Alter von fünf Jahren schrieb ich bereits die ersten zunächst noch fiktiven Reisegeschichten auf der Schreibmaschine meines Vaters. Titel wie "Der Zauberer von Caracas" und "Warum Kiel auch eine Autobahn haben muss" zeugen von meiner bis heute anhaltenden Faszination für Landkarten und Atlanten.


1976

Die erste vierwöchige Interrail-Tour mit meinem Schulfreund Peter nach Skandinavien. Wow – helle Nächte, endlose Weite und in Ostfinnland ein Fußmarsch in die verbotene Grenzzone, um die Grenze zur Sowjetunion zu fotografieren.


1977

Erste große Trekkingtour mit meinen drei Schulfreunden Peter, Bernd und Andreas im hohen Norden mit Trampergestell, Bundeswehrschlafsack und Baumwollzelt über den legendären Kungsleden in Schwedisch-Lappland.


1978-1983

Nach dem Abitur unternahm ich weitere Reisen nach Nordskandinavien mit mehrwöchigen Trekkingtouren durch die Wildnis Lapplands. Dadurch ergab sich auch die erste Fotopublikation im Kalender des STF (Svenska Turist Föreningen). Mein Studium der Mineralogie brach ich nach fünf Semestern ab, mein Vater war "begeistert"! Stattdessen absolvierte ich erst einmal 18 Monate Zivildienst – Zeit auch, um über alternative Berufsperspektiven nachzudenken.


1984

Nach dem ersten großen mehrmonatigen Reisetrip nach Island und in die U.S.A. (New York, Südwesten und Kalifornien) begann ich im Herbst mein Fotografiestudium am Fachbereich Design der FH Bielefeld.


1985

Erste programmierte Dia-Audiovision mit drei Kodak-Carousel-Projektoren im Rahmen des Studiums über New York (gemeinsam mit meinem Studienfreund Franjo).


1986

Drei Jahre vor dem Mauerfall reiste ich für eine Mauer-Reportage nach Berlin. In Ostberlin gelang mir der Zutritt illegal über den Sophienfriedhof bis direkt an die Mauer (siehe Foto). Einige dieser historisch so besonderen Fotos vermachte ich 30 Jahre später der Gedenkstätte Berliner Mauer.


1986

Von August bis Oktober war ich wieder auf Island unterwegs. Als das Gipfeltreffen Reagan-Gorbatschow in Reykjavik stattfand, akkreditierte ich mich mit Hilfe meines Studentenausweises, indem ich "FH Bielefeld" als lokale deutsche Fotoagentur ausgab.


1986

Mein erstes Portfolio über Island in der Fachzeitschrift Photo Revue als "Der besondere Fotograf" (siehe Foto), außerdem die erste größere Magazinpublikation mit einer ganzen Doppelseite im MERIAN Portugal.


1987

Am 9. Januar 1987 hielt ich meinen ersten öffentlichen Diavortrag über meine Reiseerlebnisse auf Island vor sechs netten, adrett gekleideten älteren Damen im Martha-Stapenhorst-Heim, einem Bielefelder Seniorenheim. Das Ganze war zunächst nur als alternativer Studentenjob angedacht, aber es entwickelte sich über die Jahre etwas ganz anderes daraus...


1988

Drei Monate Freiheit im hohen Norden: Erst wieder auf meinem geliebten Island und danach ganz hoch nach Spitzbergen – die faszinierend große Leere auf 80° Nord!


1989

Nach der Aufnahme in die Münchner Redneragentur Document-Vortragsring folgte die erste bundesweite Vortragstournee mit dem Vortrag "New York – Metropole der Superlative".


1990

Die erste Fotoreiseleitung für Island Tours, drei Wochen mit einem Jeep und einer Gruppe von Fotoamateuren unterwegs – ein neuer Job, eine neue Herausforderung, die idealerweise das Reisen mit Fotografie und Geld verdienen vereinte.


1991

Januar: Meine Abschlussprüfung im Fotodesign-Studium an der Fachhochschule Bielefeld mit der Diplomarbeit "Ich wollte schon immer der ganzen Welt angehören!" – die ergreifende Geschichte von Lothar Simenauer, einem 88-jährigen deutsch-jüdischen Musiker mit seinen Lebensstationen Berlin-Buchenwald-China-Israel-New York.


1991

April: Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) veröffentlichte meine Fotoreportage über das bewegende Lebensschicksal von Lothar Simenauer – bestehend aus historischen, aktuellen Fotos und Texten – auf acht Seiten in ihrem Magazin.


1992

Mein erstes Buch erscheint, der 168-seitige Bildband "Island" im Artcolor Verlag. Oh, wie war ich damals stolz!


1993

Wieder rief der Norden! Während meines neues Projekts "Norwegens Norden" freundete ich mich mit samischen Rentierzüchtern an, die ich im Herbst und im Frühjahr bei ihrem großen Treck durch die Wildnis begleiten durfte.


1993

Für "Norwegens Norden" reiste ich im Spätwinter nochmals nach Spitzbergen. Eisige Kälte an der Eisbärenküste im Osten, bullige Wärme und Alkohol bei den gastfreundlichen russischen Bergleuten!


1995

Die russische Gastfreundschaft auf Spitzbergen hatte mich fasziniert. So erkundete ich nach dem Ende der Sowjetunion auf drei intensiven Reisen die alte Zarenstadt St. Petersburg ... und stieß dabei auf einem Pressemeeting des Bürgermeisters zufällig auch auf den damals im Westen noch völlig unbekannten Wladimir Putin!


1996

Patagonien – Eiswüsten und kalter Dschungel an der Südspitze Südamerikas, dazu die schier unendliche Einsamkeit der argentinischen Steppe, der Heimat der Gauchos. Auf vier abenteuerlichen Reisen hatte ich die faszinierende Südspitze Südamerikas kennen und lieben gelernt - nun erschien der dazugehörige Bildband und der neue Vortrag.


1997

Nach so viel Weite und Einsamkeit zog es mich wieder in den Stadtdschungel von New York. Über 3000 Kilometer lief ich durch den Big Apple, fand atemberaubende Perspektiven und traf ungewöhnliche Menschen – Gangsta Rapper vorm legendären Apollo Theatre in Harlem und schillernde Drag Queens wie Julio in Chelsea.


1998

Südamerika ließ mich seit meinen Patagonien-Trips nicht mehr los. So reiste ich gemeinsam mit meinem Studienfreund Jürgen für ein neues Projekt ins Herzland der Inka. Wochenlang waren wir auf 4000 Höhenmetern "high" - ob auf dem weltentrückten Salzsee Salar de Uyuni oder bei den kokakauenden Bergleuten in den Minen von Potosi.


1999

Für das Projekt "Weg der Inka" war ich auch 1999 monatelang in den Anden unterwegs – ganz oben am Alpamayo auf knapp 6000 Höhenmetern und ein paar Monate später tief unten im Amazonas-Dschungel auf einem kräftezehrenden Trip flußaufwärts zum Stamm der Nanti am Rande des Manu Nationalparks.


2000

Am entlegenen Ostrand der peruanischen Anden stießen wir auf uralte Rituale der Nachfahren der Inka. Im Gespräch mit der indigenen Bevölkerung in Junuta bei Ocongate entstand die Idee zum Schulprojekt "Escuela", das seit 2001 durch Spenden im Rahmen meiner Vortragstournee finanziert wird.


2000

Meine Liebe zu New York erlosch trotz all der neuen Abenteuer in Südamerika nicht. Nach akribischer Recherche war mein "Twin Tower"-Foto aus luftiger Höhe vom Chrysler und Empire State Building das absolute Foto-Highlight – auch als Cover für das Magazin "Spotlight". Der New Yorker Fotograf Jon Ortner vermutete zunächst, ich hätte sein Foto geklaut...


2001

Gorbatschow, Papst Johannes Paul II., Putin... und nun Donald Trump – eine zufällige Begegnung in einem Restaurant an der Madison Avenue in Midtown Manhattan...


2001

Die Terroranschläge des 11. Septembers erschütterten die ganze Welt, hinterließen jedoch die tiefsten Wunden in New York und bei dessen Bewohnern. Drei Wochen nach dem Unglück schaute ich auf die rauchenden Trümmer des Wahrzeichens herunter und war zutiefst ergriffen. Erst jetzt mit dem persönlichen Anblick, dem Geruch und dem Staub, realisierte ich, dass mein geliebtes New York nie mehr so sein wird wie zuvor.


2001

Für eine Vorrecherche zum großen Panamericana-Projekt reiste ich mit meinem holländischen Freund Bert mehrere Wochen nach Chiapas, in die letzten Dschungelgebiete Südmexikos zum Maya-Volk der Lacandonen. Wir wollten deren alte Traditionen und Rituale dokumentieren, der Schamane Don Antonio wünschte sich vor allem einen Radiorecorder, um die alten Gesänge des verstorbenen Häuptlings Chan Kin Viejo wieder zu hören. 


2002

Im Februar beim Besuch unseres Schulprojekt gab´s bei der Ankunft das landestypische Festessen: cuy – Meerschweinchen! Drei Monate später war ich in Südvenezuela wieder mit indigenas hoch oben in den Bergen, ein Wahnsinnstrip durch den Dschungel auf den mystischen Felsturm des Auyan-Tepui.


2003

Für das Panamericana-Projekt unternahm ich mit dem Autoren Wolf-Alexander Hanisch zwischen Februar und Oktober weitere Reisen nach Panama, Mexiko und in den Südwesten der U.S.A.. Der Start verlief allerdings nicht glatt: Am zweiten Tag wurden wir in Panama City am helllichten Tag auf offener Straße mit Machete und Messern von drei jugendliche Straßenräubern überfallen: ein paar Schürfwunden, eine zerrissene Hose und ein geklautes Portemonnaie mit ein paar Dollar – Glück im Unglück!


2004

Im Februar ist es endlich soweit: Meine Frau Anne und ich weihen gemeinsam mit den Dorfbewohnern von Junuta ihre Schule "Señor de Qollyur Riti" mit einem kleinen Festakt ein. Drei Tage lang wird auf 4400 Höhenmetern getanzt, getrunken, aber auch Pachamama, der Mutter Erde und den Bergggöttern gedankt und geopfert. Mit den Spendengeldern wurden und werden nachwievor seit 15 Jahren der Schulbau, das Mobiliar, Lehrbücher sowie Lehrkräfte finanziert. Zusätzlich unterstützt unser Projekt "Escuela" (in Kooperation mit Misereor) die dortigen Bewohner in der Bewahrung ihrer Landrechte gegen Bergbaubetriebe. In diesem Zeitraum kamen fast 65.000 € an Spendengeldern durch engagierte Menschen zusammen!


2004

Sechs Monate unterwegs auf der Panamericana zwischen Alaska und Feuerland! Aus Sicherheitsgründen fahren wir nicht durch Kolumbien, nehmen stattdessen die Passage von Venezuela quer durch den Amazonasdschungel, wobei wir im Nichts zwischen Manaus und Porto Velho nur knapp einer Katastrophe entkommen.


2005

Mitte April kamen wir schließlich in Feuerland an der Südspitze Südamerikas an. Über 40.000 Kilometer hatte ich insgesamt entlang der Panamericana zurückgelegt, war mit all den Vorrecherchereisen fast ein ganzes Jahr zwischen Alaska und Südargentinien unterwegs – an diesem herrlichen Herbstmorgen hatten wir es tatsächlich geschafft!


2005


2006

Verschiedene TV-Auftritte zur Panamericana im ZDF-Mittagsmagazin, beim SWR-Abenteuertag mit Moderator Dieter Moor, beim WDR etc.


2007

Für eine Voxtours-Reportage führte ich das Fernsehteam auf das bolivianische Altiplano zu meinem Freund Padre Dietmar Krämer, dem fußballverrückten Pfarrer in Llica am Rande des Salar de Uyuni.


2008

Mit meinem Fotografenfreund Sven Nieder reiste ich sechs Wochen intensiv durch Island – der entscheidende Schritt in die digitale Produktion und in die Videotechnik!


2009

Im Frühjahr und Herbst 2009 war ich für meine neue Foto-Film-Reportage mit meinem deutsch-argentinischem Team wieder viele Woche in Patagonien unterwegs: mit Gauchos und ihren Pferden ritten wir in das entlegene Dschungeltal von Rio Turbio, mit Skiern und Pulkaschlitten zogen wir über das Patagonische Inlandeis ... im dritten Anlauf nach 14 Jahren gelang endlich "la vuelta", die Umrundung der Traumgipfel FitzRoy und Cerro Torre!


2010

Drei Wochen lebte ich auf einer abgelegenen Estancia in Patagonien zusammen mit Schaffarmern und Gauchos und begleitete sie auf dem herbstlichen arreo, dem großen Treck von der Sommer- auf die Winterweide – eine unvergeßliche, sehr intensive Zeit!


2010

Mitten in meine Patagonien-Produktion platzte der Vulkanausbruch auf Island hinein – auf dieses Ereignis hatte ich 25 Jahre gewartet! Sofort ab in den Flieger nach Keflavik und mit meinen isländischen Freunden per Superjeep und Cessna-Maschine an die frische Eruptionsstelle am Fimmvörduhals, bevor die Aschewolke des Vulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in Europa fast komplett lahmlegte...


2011

Ein letztes Mal führte ich nochmals zwei Fotoreisen auf Island, aber mein neues Reportagethema "Rio" war die größere Herausforderung: Mit einer zweiwöchigen Probereise wollte ich klären, ob ich als Fotograf in der brodelnden Tropenmetropole unterm Zuckerhut überhaupt agieren kann.


2012

Nach der zweiwöchigen Testtour nach Rio ging s nun ins pralle Leben der Tropenmetropole – zunächst im schwülheißen Februar zum legendären Karneval.


2012

Rio de Janeiro ist nicht nur Rhythmus und Sinnlichkeit der Tropen, sondern steht auch für gnadenlos harte soziale Kontraste und allgegenwärtige Gewalt auf der Straße. Mit viel Geschick, Wachsamkeit und etwas Glück knüpften mein Assistent Tobi und ich Kontakte zu Menschen in den Favelas, aber auch zu einer Spezialeinheit, die die Aktivitäten der Drogenkommandos reduzieren sollte.


2013

Die Essenz des tropischen Rhythmus und der Sinnlichkeit von Rio, der für viele Menschen schönsten Stadt der Welt, konnte ich nicht in einem Buch vermitteln, so produzierte ich aufwändig eine DVD. Den fantastischen Soundtrack zu "Rio" steuerte der Musiker Marcel Bochnig ("Lantlôs") bei. Im Herbst erschien die DVD und gleichzeitig die neue Foto-Film-Reportage für die große Vortragstournee.


2014

Im Fußball-WM-Jahr war meine Reportage über die Tropenmetropole Rio heißbegehrt, aber mich zog es auch wieder in arktische Kälte und Einsamkeit: Nach 25 Jahren reiste ich wieder nach Spitzbergen – eine intensive Woche am Ende der Welt im fast verlassenen ehemaligen sowjetischen Minenort Pyramiden. Dann begann die Vorrecherche für mein erstes Bulli-Abenteuer von Istanbul ans Nordkap: In Berlin lernte ich Walter Frankenstein kennen, der mit seiner Familie den Nazi-Terror im Untergrund überlebte. Seine extrem berührende Geschichte musste einfach in mein neues Europa-Projekt!


2015

Ein Traum ging in Erfüllung! Im Frühjahr wurde ich stolzer Besitzer eines T1-Bullis und startete mit meinem kultigen Oldtimer und meinem Assistenten Philipp eine ganz große Reportage-Tour quer durch Europa – von Istanbul ans Nordkap! In drei Etappen mit insgesamt fast 15.000 Kilometern erreichte ich nach vielen einzigartigen Begegnungen und tollen Abenteuern mit meinem Assistenten Daniel Ende September das Nordkap – ein unbeschreibliches Gefühl am Ende der großen Bulli-Tour!


Fortsetzung folgt!